Haarentfernung

 

Körperhaarentfernung als deutlicher Modetrend

Leipzig (pte/24.11.2008/15:35) – Mehr als 97 Prozent der jungen Frauen und 79 Prozent der Männer entfernen regelmäßig Körperhaar in mindestens einer Körperregion. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Leipzig. Die Bartrasur bei Männern wurde hier nicht miteinbezogen. „Das Interessante an dem Studienergebnis ist, dass der Anteil jener jungen Frauen, die überhaupt kein Körperhaar entfernen, auf interferenzstatistisch nicht verwertbarem Niveau liegt“, erklärt Studienleiter Elmar Brähler von der Abteilung Medizinische Psychologie an der Universität Leipzig http://medpsy.uniklinikum-leipzig.de im pressetext-Interview.

„Aufmerksam wurde ich auf das Thema anlässlich einer Studie bei der Musterung von jungen Wehrmännern aus ganz Europa. Diese ergab, dass zwei Drittel der Untersuchten intimrasiert waren“, so Brähler. „Unsere Studie an mehr als 300 Studenten im Durchschnittsalter von 23 Jahren bestätigte diesen Trend.“ Beachtlich sei auch die Anzahl gleichzeitig enthaarter Körperpartien. 89 Prozent der Frauen, die sich regelmäßig rasieren/epilieren/trimmen, tun dies an drei oder mehr Körperpartien. Fast die Hälfte der Frauen enthaart sich vier Körperpartien gleichzeitig. Das sind vor allem Beine, Achselhöhlen, der Genitalbereich und die Augenbrauen. Bei Männern werden zu mehr als 50 Prozent zwei oder drei Körperpartien einbezogen. Männer rasieren sich vor allem die Achselhöhlen, Genitalbereich oder Oberkörper.

„Uns interessierte natürlich, warum sich junge Menschen einer solch aufwändigen Prozedur unterziehen“, so der Psychologe. Dabei sei offensichtlich, dass jene, die sich die Arbeit einer aufwändigen Haarentfernung machen, nicht an einer Störung ihres Selbstwertes leiden und auch nicht das Bedürfnis nach ständig neuer Stimulation und hoher Erregung – das so genannte „Sensation Seeking“ – haben. „Vielmehr weisen Männer, die sich mehrere Körperpartien rasieren, erhöhte Extraversions-Werte auf. Sie sind also sozial aktiv, geselliger, beschreiben sich als selbstsicherer und optimistischer.“ Die Forscher wollten zudem auch der Frage nach Gründen der Intimrasur nachgehen, da 88 Prozent der Frauen und 67 Prozent der Männer diese Körpermodifikation durchführen. „Zu betonen ist, dass nur die genaue Betrachtung des Einzelfalls klären kann, ob es sich bei der Intimrasur um eine Form der Sexualabwehr oder ein Mittel zur Steigerung der Sexualität handelt. Bedacht werden muss auch, dass in vielen Kulturen die Rasur im Kontext von Initiationsriten vorgenommen wird um Übergänge in neue Lebensphasen zu markieren“, so der Forscher.

„Man kann davon ausgehen, dass als Motiv ein allgemeiner kultureller Trend zugrunde liegt“, erklärt Brähler. Trends wie diese habe es bereits mehrmals gegeben. „Umgekehrt bedeutet das auch, dass das aktuelle Modeideal der glattrasierten Scham, wie jeder andere Trend, auch wieder aus der Mode kommt. Über kurz oder lang wird wieder üppig wachsendes Haar als schick gelten“, meint der Forscher, der beifügt, dass Piercing und Tatoos, die vor einigen Jahren als sehr schick galten, auch wieder deutlich im Abnehmen sind. „Wie sehr Modetrends auf die Allgemeinheit wirken, zeigt sich etwa bei dem Trend zum Oberlippenbart: In der Bundesliga-Mannschaft 1988/89 trugen alle Spieler solche Bärte.“ Bei der Intimrasur gelte der Fußballstar David Beckham als Trendsetter. „Neu ist die Intimrasur aber keineswegs, denn bereits in der Antike wurden die Haare am Körper, auch bei Männern, durch Rasur entfernt“, erklärt der Psychologe abschließend im pressetext-Interview.

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[ Quelle: http://pressetext.com/pte.mc?pte=081124032 ]
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